Der Tag an dem ein Kind mir sagte: Erwachsene sind blöd

Ein Vereinsmitglied hat uns diesen Text zugesendet. Sie arbeitet als Hausaufgabenbetreuerin an einer Grundschule. Dort erzählte sie von unserem Festival und es entstand ein schönes, kindgerechtes und ehrliches Gespräch über Rassismus. Dieses Gespräch hat sie in einem Text für uns zusammengefasst. 

Wir möchten uns herzlich dafür bedanken und hoffen, dass die Worte dieses Kindes einigen Menschen klar macht was Rassismus und Diskriminierung ist – BLÖD!  

Ich arbeite in einer Grundschule als Hausaufgabenbetreuerin. Als ich den Kindern erzählte,  dass ich nächste Woche nicht in die Schule kommen könnte, fragten sie ob ich in den Urlaub fahren würde. Ich erzählte, dass ich bei einem Festival helfe, was sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzt. Zunächst erklärte ich was ein Festival ist und was ich da überhaupt immer so mache. Ein Kind fragte: “Es ist komisch, wenn du nicht hier arbeitest und dafür wo anders ohne Geld. Warum machst du das?” Meine Antwort war ganz klar: ” Weil ich gerne etwas gegen Rassismus und Diskriminierung tun möchte und zeigen möchte, dass es so etwas gibt und das echt doof ist”. 

Als die Kinder dann fragten was Rassismus überhaupt sei versuchte ich es so Kind gerecht wie möglich zu erklären: “Rassismus und Diskriminierung ist es, wenn jemand gehauen oder geärgert wird, weil er oder sie anders aussieht oder aus einem anderen Land kommt. Stellt euch vor nur weil  ich keine roten Pullover mag, mag ich niemanden, der einen roten Pullover an hat und deshalb ärgere ich den die ganze Zeit. Oder wenn jemand braune Haare hat oder einfach anders aussieht als ich. Das machen leider ganz viele Menschen und die wollen dann die anders aussehenden Menschen nicht in ihrer Nähe haben. Manchmal sagen sie einfach gemeine Sachen, beleidigen sie oder hauen sie tatsächlich auch.” 

Ein Kind fragt ganz verdutzt: “Und sowas machen Erwachsene?! Die sind ja dann voll blöd! Wir lernen doch hier schon, dass wir alle miteinander spielen können. Ist doch ganz egal wie wir aussehen oder woher wir kommen.”

Ich musste lachen und war überglücklich, dass die Kinder den Gedanken an Rassismus so absurd fanden. Es gibt doch noch Hoffnung! Wir dürfen also nicht müde werden auf Rassismus und Diskriminierung hinzuweisen und dagegen zu kämpfen.

Foto: Katharina Bednarczyk

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